Optimismus

Konjunktur
Der Optimismus für 2006 breitet sich aus


21. Dezember 2005 Die Revision der Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft durch die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ist nun weitgehend abgeschlossen. Alle, bis auf das DIW, das seine aktualisierte Prognose erst am 3. Januar vorlegen wird, haben ihre Zahlen nach oben revidiert. An diesem Mittwoch lieferten das HWWA und das IWH ihre neuen Berechnungen.

HWWI erwartet 2006 1,4 Prozent BIP-Wachstum

Das deutsche Wirtschaftswachstum wird sich nach Ansicht des Hamburger Instituts HWWI im kommenden Jahr beschleunigen. Für 2006 sei ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent nach 0,8 Prozent in diesem Jahr zu erwarten, teilte das Hamburgische Welt-Wirtschaftsinstitut (HWWI) am Mittwoch in seiner neuen Konjunkturprognose mit.

„Die Wachstumsrate ist allerdings durch die Vorzieheffekte aufgebläht“, schränkten die Hamburger Forscher mit Blick auf die für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung ein, die die Konsumausgaben 2006 anheizen dürfte. Für eine durchgreifende Besserung am Arbeitsmarkt reiche das Wachstum allerdings nicht. Die Zahl der Arbeitslosen werde trotz weiterer Zusatzjobs nur wenig sinken.

Verlust des Schwungs ab 2007

2007 dürfte die Wirtschaft wieder deutlich an Schwung verlieren und nur noch um rund 0,75 Prozent zulegen. „Da nicht auszuschließen ist, daß sich 2007 auch die Expansion der Weltwirtschaft verlangsamt, könnte das Wachstum sogar noch geringer ausfallen“, hieß es.

Mitte September hatte das HWWI nur mit einem deutschen Wachstum von 1,0 Prozent für 2006 nach 0,6 Prozent in diesem Jahr gerechnet. Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute – darunter auch das HWWI – waren in ihrem gemeinsamen Herbstgutachten von 1,2 Prozent für kommendes Jahr ausgegangen. Mehrere der Institute hatten zuletzt ihre Prognosen für das Wachstum im nächsten Jahr erhöht.

Die Erholung der deutschen Wirtschaft profitiert nach HWWI-Ansicht nach wie vor von Exportimpulsen, während die Binnennachfrage sich nur schleppend erhole. Dies werde sich aber 2006 voraussichtlich ändern. Denn der private Konsum werde nicht mehr wie 2005 sinken, sondern um 0,2 Prozent zulegen. Auch die Ausrüstungsinvestitionen dürften deutlich zunehmen.

IWH sieht das Wachstum bei 1,7 Prozent

Nach Berechnungen des Institus für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) werden die Pläne der neuen Regierung die deutsche Wirtschaft 2006 nur vorübergehend anschieben.

Das Wachstum werde sich auf 1,7 von 0,9 Prozent in diesem Jahr beschleunigen, hieß es in dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle. 2007 werde sich das Wachstum dann auf 1,2 Prozent verlangsamen. „Deutschland hat nach mehreren Anläufen inzwischen seinen Weg zum zyklischen Aufschwung gefunden“, zeigten sich die Forscher aber überzeugt.

Noch im Herbstgutachten waren die sechs führenden Forschungsinstitute – zu denen das IWH gehört – nur von einem Wachstum von 1,2 Prozent 2006 ausgegangen. Inzwischen haben aber die meisten Institute und Banken ihre Prognosen wegen der Koalitionsvereinbarungen und zuletzt günstiger Konjunkturdaten nach oben geschraubt.

Dem IWH zufolge machen sich inzwischen die Impulse vom Export vor allem bei steigenden Investitionen bemerkbar. Die Anfang 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung werde den privaten Konsum 2006 etwas beleben, ihn dann jedoch 2007 einbrechen lassen. „Hier offenbart sich das Janusgesicht der staatlichen Eingriffe“, warnt das IWH. „Die Lage am Arbeitsmarkt wird sich bei dem politikinduzierten Auf und Ab des gesamtwirtschaftlichen Produktionsanstiegs wenig verbessern.“

Das IWH geht in seiner Prognose davon aus, daß die EZB wegen der Gefahr steigender Inflationserwartungen ihren Schlüsselzins 2006 auf 2,75 Prozent anhebt. 2007 werde der Zinssatz dann im Schnitt bei 3,25 Prozent liegen.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters
Bildmaterial: FAZ.NET

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