Handyeinkauf soll so normal werden wie Internet-Shopping  28.11.2005

Das Einkaufen mit dem Handy schien seine Zukunft schon sehr früh hinter sich zu haben: Im Jahr 2001 stellte die Unternehmensberatung A.T. Kearney und das Judge Institute of Management der Universität Cambridge fest, dass nur noch 12 Prozent aller Nutzer noch interessiert seien, mit dem Handy auf Shoppingtour zu gehen. Im Jahr davor sollen noch 32 Prozent der Mobilfunkkunden daran Interesse gehabt haben. Aber die noch unterentwickelte Technik, unzureichende Angebote und offene Sicherheitsfragen schreckten potentielle Kunden ab. Und dann passierte lange Zeit ziemlich wenig. Immerhin gab es einige Vorstöße, das Handy als Zahlungsmittel einzusetzen oder Parkscheine oder Fahrausweise per Mobiltelefon zu verkaufen.
     Inzwischen ist auch wieder davon die Rede, dass die Möglichkeit, überall und jederzeit per Handy einkaufen zu können eine potenzielle „Killeranwendung“ sei. Schließlich kaufen besonders junge Menschen schon jetzt massenhaft Klingeltöne, Spiele und zunehmend auch Musik über das Handy. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, plant das britische Unternehmen Reporo ein komplettes Produkt-Angebot über das Handy anzubieten, von Wein bis hin zu Haushaltsgeräten. Laut Reporo-Chef Richard Watney solle das Handy-Shopping letztendlich den Status von Internetshopping bekommen. Der Anfang des Jahres gestartete Service soll allerdings erst 10 000 Nutzer haben, die rund 7 300 Euro Umsatz pro Monat. Watney erwarte jedoch ein explosives Wachstum, noch bis Weihnachten will er die Nutzerzahl verdoppeln, bis Ende 2006 mindestens verzehnfachen. Da es immer mehr internetfähige Handys gibt, erscheinen diese Erwartungen nicht unrealistisch.

Noch kaufen nur Early Adopters per Handy ein

Für den mobilen Einkaufsservice müssen sich die Anwender auf der Reporo-Homepage registrieren und ihre persönlichen Daten sowie eine Kreditkartennummer angeben. Dann können sie eine kostenlose Software auf ihr Handy herunter laden. Bei jedem Einkauf muss eine vierstellige PIN-Nummer angeben werden. Aus Sicherheitsgründen werden die Kreditkartendaten nur auf den Servern von Reporo gespeichert, nicht auf den Handys.
     Die aktuelle Produktpalette mit Blumen, Dessous, Computerspielen und dergleichen ist auf die typischen Early Adopters abgestimmt, nämlich Männer, die eine Vorliebe für technische Spielereien haben und dazu neigen, den Geburtstag ihrer Frau zu vergessen. Der typische Reporo-Kunde kauft zwei bis drei Mal im Monat Bücher oder CDs und gibt rund 15 Pfund pro Einkauf aus. Der größte Einzelkauf über die Mobilfunkseite von Reporo war bisher ein 600 Pfund teurer Herd.
     Laut Reporo warten viele Einzelhändler aber noch ab, wie sich der Markt entwickelt, bevor sie einsteigen. „Wir haben eine Reihe von großen Marken, die interessiert sind, aber erst anfangen das Ganze ernst zu nehmen, wenn wir die Marke von 50 000 Kunden erreicht haben“, sagt Watney.

 

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